CNG – die kostengünstige Alternative

CNG – die kostengünstige Alternative

Fahrer eines CNG-Fahrzeugs können sich an der Zapfsäule freuen: Je nach Modell genügen oft weniger als vier Euro, um 100 Kilometer weit zu kommen (siehe Grafik). Im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen ist CNG damit eine besonders kostengünstige Alternative. Tankt der Fahrer CNG, so kann er gegenüber Benzin nahezu die Hälfte und gegenüber Diesel knapp ein Drittel der Kraftstoffkosten sparen.

Allerdings ist dieser Kostenvorteil nicht auf den ersten Blick ersichtlich. An den Tankstellen wird der Preis für CNG in Kilogramm angegeben. Seit Jahren schon fordern Interessenvertreter und Experten, die Abgabe von CNG wie bei Benzin und Diesel üblich in Litern zu berechnen. Alle Vorstöße zugunsten einer einheitlichen Maßeinheit scheiterten bisher an komplizierten Umrechnungsformeln, am deutschen Eichgesetz – und an den Regeln der Physik. CNG wird im Leitungsnetz und an der Zapfsäule in komprimierter Form bereitgehalten und gelangt unter einem Druck von 200 bar in den Fahrzeugtank. Bei geringerem Druck dehnt es sich aus. Theoretisch könnte also das Volumen bei geringerer Verdichtungsintensität zunehmen, ohne dass dabei auch der Energiegehalt steigt. Gemäß dem deutschen Eichgesetz muss die CNG-Menge daher in Kilogramm angegeben werden, da das Gewicht unabhängig vom Komprimierungsgrad stets konstant bleibt.

Für den Kunden entscheidend ist, welche Energiemenge er beim Tanken erhält. Um den gesamten Kostenvorteil von CNG zu ermitteln, muss daher beim Vergleich mit Benzin oder Diesel auch der Energiegehalt berücksichtigt werden. Der Energiegehalt von einem Kilogramm CNG entspricht etwa dem von 1,5 Litern Superbenzin beziehungsweise von 1,3 Litern Dieselkraftstoff. Anders gerechnet: Ein Kilogramm CNG hat einen um fast 50 Prozent höheren Energiegehalt als ein Liter Benzin – 13,3 Kilowattstunden (kWh) stehen 8,6 kWh gegenüber. Ein Liter Diesel kommt auf 9,9 kWh.

Zum Preisvorteil von CNG an der Tankstelle trägt auch der reduzierte Energiesteuersatz bei, mit dem der Bund die verstärkte Nutzung dieses Kraftstoffs fördert. Aufgrund des großen und potenziell noch wachsenden Beitrags von CNG zur Reduzierung der CO2-Emissionen hat die Bundesregierung im Mai 2017 die ursprünglich bis 2018 befristete Steuerermäßigung für CNG bis zum Jahr 2026 verlängert.

Neben den günstigeren Kraftstoffkosten spricht auch der Kraftfahrzeugs-Steuerbescheid für ein CNG-Modell. Bei der Berechnung der Kfz-Steuer wird neben dem Hubraum des Motors auch der CO2-Ausstoß berücksichtigt. Und da Fahrzeuge mit CNG-Antrieb durchweg eine besonders günstige CO2-Bilanz aufweisen, fällt auch ihr Kfz-Steuersatz niedriger aus. Für einen VW Golf Variant TGI BlueMotion 1.4 berechnet der Fiskus beispielsweise nur 34 Euro im Jahr (statt 46 Euro für das vergleichbare Benziner-Modell), ein ŠKODA OCTAVIA G-TEC Combi kommt auf 36 Euro (statt 64 Euro).

Darüber hinaus können umweltbewusste Autofahrer bereits bei der Anschaffung eines CNG-Fahrzeugs finanziell profitieren. Je nach Wohnort unterstützen zahlreiche regionale Gasversorger die Kaufentscheidung mit einer Prämie von bis zu 1000 Euro.